Heute ist mal wieder so ein Tag, an dem ich die Welt nicht mehr verstehe.
Während der Projektarbeit, bekam ich die Frage nach der Plotstil-Tabelle, weil man ja sonst nicht plotten könnte.
Die Gegenfrage war: Was wird denn in der Plotstil-Tabelle definiert? Die Antwort war: Die Linienstärken. OK.
Warum werden die Linienstärken nicht in der Zeichnung definiert? Das vereinfacht die Sache doch erheblich und dieses sollte seit AutoCAD 2000 so stattfinden.
Diese kleine Situation nehme ich hier zum Anlass etwas über Plotstil-Tabellen zu schreiben. Mit Plotstil-Tabellen werden die Ploteigenschaften für die einzelnen Zeichnungsobjekten definiert Plot – Farbe
Farbabhängige Plotstile
Farbabhängige Plotstiltabellen steuern die Ploteigenschaften anhand der Farben der Zeichnungsobjekte. Die Art zu Plotten ist die, die mit der ersten AutoCAD-Version existiert. Bis zum Release 14 war dies die einzige Möglichkeit Ploteigenschaften zu definieren. Aus diesem Grunde sind die farbabhängigen wohl die am meisten genutzten.
Jeder Farbe wird eine Eigenschaft (Plotfarbe, Linientyp und Linienstärke) zugeordnet. Bei der Linientypen-Definition geht jeder automatisch davon aus, dass die “Objektlinientyp verwenden”-Einstellung benutzt wird. So selbstverständlich ist dieses bei der Linienstärke nicht. Hier werden nachwievor – obwohl ab AutoCAD 2000 sinnvoll anders möglich – die Linienstärken im Plotstil-Editor definiert, die für die Firma sinnvoll erscheinen.
Die Definition der Linienstärken in Plotstilen birgt allerdings Probleme:
- Eine Zeichnung benötigt eine Plotstiltabelle zum Plotten. Dieses wird zum Problem, wenn die Zeichnung kommuniziert wird. Die Plotstiltabelle muss mitgeschickt werden.
- Die Paarung Zeichnung / Plotstil-Tabelle ist später nicht klar zu erkennen.
- Die Plotstiltabellen häufen sich. Dieses wird spätestens dann zum Problem, wenn die Bearbeitungs-Geschwindigkeit von AutoCAD einbricht.
- Bei Firmen, die mit sehr vielen externen Partnern zusammenarbeiten (Kommunen etc.) wird die Anzahl der Plotstil-Tabellen zum Problem. Sie ist nicht mehr zu verwalten.
Um diese Probleme aus dem Wege zu gehen, sollten die Objekteigenschaften – auch die Linienstärken – in der Zeichnung definiert werden. Dieses geschieht im Layermanager.

Abbildung: Layermanager

Abbildung: Eigenschaftmanager
Wobei die Bearbeitung im Layermanager vorzuziehen ist. Das Objekt erhält dann die Linienstärke “vonLayer”.
Die Verwendung von “Vorgabe” ist insofern kritisch, da diese Vorgabe im Linienstärken-Dialog definiert werden kann und somit auf den unterschiedlichsten Rechner verschieden eingestellt sein kann. Besser ist die komplette Definition der Layer mit den wirklichen Linienstärken.

Nun können alle Plotstile zum Plotten genutzt werden, die Objekteigenschaften verwenden. Das sind die Plotstile, die bei der Installation von AutoCAD mit installiert werden. Es sollte nur unterschieden werden zwischen Farb- und Schwarzweiß-Druck (acad.ctb oder monochrom.ctb).
Ein weiterer Vorteil dieser Vorgehensweise ist: Mehrere Objekte mit der selben Farbe können unterschiedlich geplottet werden, dieses ist nicht möglich, wenn im Plotstil-Editor feste Linienstärken definiert sind.
Tipp: Sollen bestimmte Zeichnungsobjekte farbig in schwarzem oder grauen Zeichnungsunterlagen hineingezeichnet werden, sollte die monochrome Darstellung durch die Layerüberschreibung in den Ansichtsfenstern im Layout realisiert werden. Eine spezielle Definition eines Plotstils ist dafür nicht notwendig.
Benannte Plotstile (farbunabhängige Plotstile)
Bei benannten Plotstilen werden die Ploteigenschaften nicht über die Farben der Objekte definiert. Hier ist es vielmehr möglich eigene Definitionen zu erstellen. Diese Plotstile werden dann den Layern und / oder Objekten zugeordnet. Der Plotstil-Editor beinhalte keine Farben, hier werden die eigenen Stile – über den rechten Mausklick im Kontextmenü – hinzugefügt.

Im folgenden Dialog legen Sie den Namen des Plotstils fest.

Abbildung: Neuer Plotstilname eingeben
Die Eigenschaften dieses Plotstils sind die selben wie bei einem farbabhängigen Plotstil. Der Plotstil sollte dann den Layer zugewiesen werden, damit die Objekte die gewünschten Ploteinstellungen erhalten.
Da diese Art des Plotstils farbunabhängig ist, können hier Objekte gleicher Farbeinstellung unterschiedlich geplottet werden.
Einstellung des Plotstilverhaltens
In den Optionen wird das Plotstilverhalten für neue Zeichnungen eingestellt.
Eine Umstellung für aktuelle Zeichnungen geschieht damit nicht (siehe Umstellung des Plotstilverhaltens).

Abbildung: Einstellung des Plotstilverhaltens in den Optionen
Umstellung des Plotstilverhaltens
Der Befehle: CONVERTPSTYLES stellt das Plotstilverhalten der aktuellen Zeichnung in so um, das benannte Plotstile benutzt werden können.
Der Befehl: CONVERTCTB konvertiert farbabhängige Plotstile in benannte Plotstile. CONVERTCTB erstellt einen benannten Plotstil für jede Farbe, die über eindeutige Ploteigenschaften verfügt, einen benannten Plotstil für jede Gruppe von Farben, denen dieselben Ploteigenschaften zugewiesen sind, sowie einen vorgegebenen benannten Plotstil namens NORMAL.
Viel Spaß beim Ausprobieren.
Autor: Dipl.-Ing. Jürgen A. Becker Kontakt: Juergen.Becker@CAD-Becker.de oder Juergen.Becker@AUGI.COM
- Langjährige Schulungserfahrung
- Autorisierter AutoCAD Trainer (AutoCAD, Mechanical Desktop etc.)
- Software- und Datenbankentwicklung